Doppelkopf-Forum

Spieldiskussionen => Normalspiel => Thema gestartet von: idaad am Januar 16, 2026, 04:03:48 Nachmittag

Titel: Vorab re mit DD an 2, 3 oder 4?
Beitrag von: idaad am Januar 16, 2026, 04:03:48 Nachmittag
Ob das Thema schon mal behandelt wurde – da bin ich mir nicht sicher.
Mir fällt auf, dass es Spieler gibt die – so scheint es zumindest – fast ohne Ansicht des eigenen Blattes dieses re nahezu immer geben.
Ich meine, man sollte jedoch  gut überlegen ob Vor- oder Nachteile überwiegen.
Und dabei bedenken, dass 2/3 der anderen Spieler Gegner sind und nun taktisch ihr Auf- und ggf. Nachspiel entsprechend anpassen können.
Dazu kommt, dass mir Aktionen der anderen Spieler entgehen die mir ohne deren Wissen um meine DD hilfreich wären (Ansagen, Frage, aber auch Nachspiel im 2.Stich).
Die Vorteile brauch ich hier nicht aufzuzählen.
Sicher gibt es Blätter wo ein Vorabre Pflicht ist – z.B. sehr starkes  Blatt möglicherweise noch mit mehr als einem  blanken Ass. Auch zB beim Blatt im Thread ‚einmal ordentlich heizen in der kalten Jahreszeit‘ geb ich ein Vorabre.
Gefühlt schätze ich aber, dass ich bei einer Abwägung  der Vor-/Nachteile allerhöchstens in 20% der Fälle ein Vorabre  gebe.
Mich würden mal eure Argumente interessieren – und eine Einschätzung wie oft ihr dieses re gebt.
Titel: Re: Vorab re mit DD an 2, 3 oder 4?
Beitrag von: SchwillTiger am Januar 16, 2026, 06:12:58 Nachmittag
Es gab dazu mal einen Faden. Da habe ich ziemlich genau ausgerechnet, wann ein Vorabre gut ist und wann nicht. Mal sehen... evtl finde ich den. Ich meine mich zu erinnern, dass es einer der (leider sehr wenigen) Beiträge war, in denen sich auch RUs gemeldet hatte.

Jedenfalls gibt es 3 Gründe für ein Vorab-Re mit DD:

Asse
Trumpflänge und
Position
(wegen mir noch Farbfreiheit. Da bin ich mir aber nicht ganz sicher, ob das wirklich ein Grund ist)

Habe ich früher stumpf mit DD und Ass zumindest an 3 und 4 "Re vorab" gegeben, so bin ich davon meist weg.

Gründe für die oben genannten Faktoren liegen auf der Hand:

Position:

An 2 werde ich eh eingeschoben. Wieso also den Gegner warnen und Farbe - Farbe nach forcieren. Hier sind wir uns hoffentlich einig.

An 3 ist es doch ähnlich: Kontra werde ich nicht von seinen Assen abhalten. Den P brauche ich nicht abhalten. Sollte er Fehl schieben, trifft er mich nicht selten.

An 4 ist es am wichtigsten: Denn da habe ich mit Singleass keine Chance dran zu kommen.

Anzahl der Trumpf:

Habe ich wenige Trumpf, will ich das Spiel ggf über Crossruff aufziehen. Jede billo Trumpfrunde ist schlecht für mich. Lieber werde ich eingeschoben. Das erhöht meine Siegchance dramatisch. Außerdem: Hat mein p kein Ass, spielt Trumpf und ich spiele mein eines Ass, dann kommen wir auf 5 STiche: Dulle, Dulle, Alte, Alte, Ass. Das Spiel ist fast immer verloren. Hat er selbst viel Trumpf und kein Ass, wird er ggf von alleine Trumpf spielen. Dann warte ich in Ruhe ab und nehme evtl eine Blaue mit Kreuzdame raus, zögere (oder sage dann Re) und spiele mein Ass. Je nach Blatt.

Aber wenn der Gegner der Längste am Tisch ist, will ich kein Trumpf sehen für ein gammliges Ass. Denn sonst outet sich S1 mit Singleschub, trifft seinen partner, der spielt die Farbe zurück und das Spiel ist um bevor ich Piep sagen kann. Natürlich mit Gegenschuss.

Anzahl der Asse

Re schiebt ja nur dann Fehl, wenn er selbst keine Asse hat. Je mehr Asse ich habe, umso wahrscheinlicher ist es. Bei nur einem Ass höre ich mir gerne das Asse-Re des Partners an.

Und früher galt für mich das Argument: "Wenn du doch eh Re sagst, dann sage es doch gleich. Dann weiß der Partner über DD Bescheid und findet leichter die 90!"

Heute denke ich: "Andersrum wird ein Schuh draus!" Nur wenn der p ein eigenes Re hat, kommen wir zur 90!

Von daher bin ich voll bei dir: 20% ist eine gute Schätzung!

P.S. evtl findet ja findiger Forumsfinder ja noch das Fundstück mit der DD-Re-Rechnung