Autor Thema: Beispiel für Dullenaufspiel ohne Blaue  (Gelesen 1360 mal)

SchwillTiger

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Re: Beispiel für Dullenaufspiel ohne Blaue
« Antwort #15 am: Heute um 12:51:51 Vormittag »
Um auf deine Frage einzugehen (mir wirfst du an der Stelle meist das Kapern des Threads vor):

"So ein Problem hatte ich schon einmal. Ich glaube, der Dullenaufspieler saß von mir aus gesehen an 4 und es ging um eine 60-Frage. Er hatte mir mit seiner Blauen geantwortet. Die wollte ich jedoch gar nicht wissen sondern, ob meine Ass läuft. Das Ass wurde gestochen, die 60 waren kaputt.
War das nun mein Fehler oder sein Fehler oder dumm gelaufen?"

Das ist schwer zu sagen. Wobei sich mir hier drei Fragen stellen:

A) hättest du ggf besser Trumpf hin und her spielen sollen, um den Gegner mit 6 (?) mal Zug leer zu ziehen, bevor das Ass kommt?

B) war es ggf nur eine Matrosenfragen, um weitere Stärken anzuzeigen (wer hatte die 90 gesagt und sich die Kapitänsmütze aufgezogen?). Dieser Punkt wird auch sehr kontrovers diskutiert.

C) ... (Die Frage formuliere ich an anderer Stelle, sonst weichen wir hier zu stark vom Thema ab)


Aber dieses Beispiel ist durchaus wichtig für diesen Thread. Für mich ist es ein passendes Beispiel, dass es bei der kommunizierten Blauen durch Dullenaufspiel idR darum geht, verlässlich zu Tiefabsagen zu kommen. Mein Ziel ist es aber, ein Spiel erstmal überhaupt zu gewinnen. Das sehe ich mit dem Blatt

 *Herz_Zehn* *Kreuz_Dame* *Herz_Dame* *Karo_Dame* *Kreuz_Bube* *Pik_Bube* *Karo_Bube* *Karo_Ass* *Kreuz_Koenig* *Kreuz_Neun* *Pik_Koenig* *Herz_Neun* selbst mit Partnerdulle nicht als gegeben an.

Das ändert sich aber stark, wenn ich den Partner häufiger zu nur einem einzigen Ass bringe.

Ich kann mein Blatt nach dem Dullenaufspiel ja noch wunderbar beschreiben:

A) zügig spielen
B) zögern
C) selbst Re sagen
(D) Groß fragen. Das würde ich aber vermutlich meist vor dem Auspiel machen oder "Dulle mit Re" spielen)

Jetzt kann der Partner schon erahnen, wohin die Reise geht und ob er durch  *Herz_Dame* statt  *Pik_Dame* unbedingt seine Herz-Dame kommunizieren muss. Bei A) und B) ist das mE nicht nötig. Auf die insgesamt geringere Anzahl an A)-Blattern muss ich dann leider verzichten.

Ja, das ist ein Nachteil, den ich aber in Kauf nehmen würde dafür, dass ich insgesamt mehr Spiele gewinne (das ist meine Behauptung, die man durchaus kritisch beleuchten muss, denn schließlich schwächt man sein Blatt ja auch. Das macht man mit der Ossidulle aber auch).
« Letzte Änderung: Heute um 01:16:32 Vormittag von SchwillTiger »

Worstcase

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Re: Beispiel für Dullenaufspiel ohne Blaue
« Antwort #16 am: Heute um 07:42:52 Vormittag »
Es ist wirklich unglaublich.....

Smaug hat die Situation wunderbar beschrieben. Genau das ist es, was hier passiert.

Wenn du die Meinung vertrittst, dass du ungedeckte Dullen im ersten aufspielen willst, DANN MACH ES DOCH EINFACH!!!! Die Verlässlichkeit basiert auf der erforderlichen Struktur. Die leere oder auch Ossidulle im zweiten ist ein gut spielbarer Kompromiss, der die Vorteile beider Seiten vereint.

Aber hör auf, den Leuten zwanghaft zu verkaufen, dass das der Best Move ist. Ich kenne keinen Top-Spieler in Deutschland, der ungedeckte Dullen im Ersten aufspielt. Aber vermutlich irren die sich alle und SchwillTiger revolutioniert das Spiel!!

In einem anderen Fred wurde diesbezüglich Domo ins Spiel gebracht. Er hat dazu nur herzlich gelacht und gebeten, ein Spiel raus zu suchen, in dem er dies macht.

Wenn ich mir das Eingangsblatt ansehen und mit der weiter unter aufgeführte Begründung abgleiche, lache ich mich kaputt. Ich zitiere: "Das häufigere Erreichen des Partners, um das Spiel überhaupt zu gewinnen ist mir wichtiger, ......"  und hole dann einen 9Trümpfer Re mit Dulle und zwei Zusatzdamen, sowie nur einem schwarzen Fehl als Beispiel ran.....
Da habe ich ein anderes Verständnis von den Spiel......



 


SchwillTiger

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Re: Beispiel für Dullenaufspiel ohne Blaue
« Antwort #17 am: Heute um 11:53:43 Vormittag »
Ich möchte es keinem aufzwingen. Ich möchte es diskutieren. Wenn du es nicht diskutieren möchtest, musst du das nicht. Genauso wenig wie jeder andere. Wir können gerne sachlich und kritisch über Taktiken und Beispielblätter diskutieren – dafür ist das Forum da.

Der sarkastische Ton hilft der Diskussion aber nicht weiter. Ich nehme dein fachliches Bedenken zur Kenntnis.  Wenn du der Meinung bist, Doppelkopf ist strategisch gelöst und/oder Veränderungen dürfen nur durch die Besten stattfinden, dann ist das okay für mich. Ich habe aber in beiden Punkten eine andere Meinung.

Bzgl Domo habe ich immer wieder klar und deutlich gesagt, dass ich es gehört habe..Da ich weiß, dass viel geredet wird, habe ich sehr darauf geachtet es so und nicht anders ausgedrückt. Gehört hatte ich von der "Münster Dulle".

Im Eingang habe ich einen 9 Trümpfer gepostet, zuletzt einen 8 Trümpfer. Beide Blätter würden auf unterschiedliche Weise isoliert betrachtet vom Dullenaufspiel profitieren. Davon bin ich überzeugt.

Ich verstehe das Problem auch gar nicht. Glaubst du jemand liest hier und sagt "Ah... SchwillTiger spielt das, deshalb mache ich das jetzt auch, obwohl alle anderen sagen, dass das Scheiße ist!" und dadurch wird das Doppelkopfspiel in Deutschland schlechter? Das glaube ich nicht.

Und jetzt zurück zur eigentlichen Diskussion für diejenigen, die das möchten:

Bisher nehme ich als Gegenargumente mit:

Die Blaue wird erwartet

Weitere Argumente? Ich führe noch folgendeauf:

A) Aufgabe der Spielkontrolle
B) Partner spielt möglicherweise Trumpf zurück. Man selbst dann auch wieder (er könnte noch ein schlechtes Ass haben)

Zu A) warum kann man die Spielkontrolle im Zweiten aufgeben, im Erten aber noch nicht? Unterschied ist doch der eine Stich den man hat.

zu B) wäre das schlimm, wenn man bspw eine Trumpflänge von mind. 8 Mitbringen würde?


« Letzte Änderung: Heute um 01:28:45 Nachmittag von SchwillTiger »